Passiver Rückstau-Schutz mindert die Überschwemmungsgefahr bei Starkregen


Vorbeugen statt renovieren: Passive Rückstau-Systeme von ACO Haustechnik schützen effektiv vor Hochwasser-Schäden
 
Mit dem Herbst kommt auch der Regen. Und schon der Sommer hat gezeigt: Die Dauer, Intensität und Wassermenge bei Regenereignissen nehmen deutlich zu. Eine Überlastung der Kanalisation führt dann schnell zur Kellerüberflutung im Haus – ein Alptraum für Mieter und Eigentümer gleichermaßen. Denn Schäden durch Hochwasser gehen in den meisten Fällen weit über die reinen Sachwerte hinaus – sie verursachen immer auch immaterielle, unwiederbringliche Verluste. Was viele Betroffene nicht wissen: Überschwemmungen bedrohen nicht nur flussnah gelegene Städte und Dörfer; und es bedarf keines wochenlangen Dauerregens, um Tiefgeschosse von Häusern zu überfluten.
 
Rückstau als Folge von Starkregenereignissen
 
Treten innerhalb eines kurzen Zeitraumes große Mengen von Niederschlag auf, kann es durch eine Überlastung der Kanalisation zu Rückstau kommen, sprich Abwasser fließt nicht mehr ab, sondern zurück in das Gebäude. Rückstausysteme können davor schützen.

 
Der Deutsche Wetterdienst definiert Starkregen als ein meteorologisches Ereignis, bei dem Niederschlagsmengen von über 10 mm pro 1 Std. oder über 20 mm pro 6 Std. auftreten. Diese großen Regenmengen können zu schnell ansteigenden Flusspegeln, Überschwemmungen und Hochwasser führen. Langfristig beobachten Forscher seit Mitte der 1970er „eine Zunahme von Hochwasserereignissen“, so das Max-Planck- Institut für Meteorologie.
 
Nicht nur in den Sommermonaten, sondern auch im Herbst sind Starkregenereignisse planmäßig zu erwarten. Auch wenn die Flüsse nicht über die Ufer treten, besteht bei plötzlichem Starkregen die Gefahr, dass die Niederschläge auf eine überlastete Kanalisation treffen. Denn die Kanalnetze sind aus wirtschaftlichen Gründen und zur Sicherstellung der Selbstreinigungsfähigkeit allerdings nur für mittlere Regenereignisse ausgelegt. Wenn die Kapazität der Kanalschächte überschritten ist, folgt das Abwasser dem Naturgesetz der kommunizierenden Röhren: Es fließt zurück in das Gebäude. Zwar müssen die Gemeinden für den sicheren Betrieb der Kanalisation sorgen und im Normalfall auch für verursachte Schäden haften; das gilt aber nicht bei einem „ganz ungewöhnlichen und seltenen Katastrophenregen“, urteilte der BGH. Die Verantwortung zum Schutz gegen Rückstau liegt damit beim Hausbesitzer, Bauherren oder Altbausanierer.
 
Aber nicht nur Starkregenereignisse, sondern auch Querschnittsverengungen, die durch Ablagerungen oder Verstopfungen im Kanalsystem entstehen, Rohrbrüche, Pumpenausfälle im öffentlichen Kanalsystem oder Hochwasser führen dazu, dass das Abwasser nicht mehr so schnell wie nötig abfließen kann und sich dadurch über die Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene wie z.B. Bodenabläufe, Waschbecken, WCs, Waschmaschinen und Duschen in das Gebäude zurückstaut. Diese Gebäude entgehen nur dann der Überschwemmung, wenn sie mit einer aktiven oder passiven Rückstausicherung ausgestattet sind. Rückstausysteme in Form von Hebeanlagen und Rückstauverschlüssen tragen zur Sicherung gegen eindringendes Wasser bei, schützen so Sachwerte und Personen und erweisen sich damit als die beste Vorsorge.
 
Unter aktiver Rückstausicherungen versteht man normgerecht installierte Abwasserhebeanlagen mit Rückstauschleife, die betroffene Bereiche sichern. Aktiv daher, weil auch bei Rückstau, Abwasser aus dem Gebäude in die öffentliche Kanalisation gepumpt werden kann. Passiver Rückstauschutz wird durch den Einsatz von Rückstauverschlüssen erreicht, die es als Produkt für durchgehende Rohrleitungen gibt und auch in modernen Bodenabläufen integriert sind. Die Bezeichnung passiv leitet sich von der Tatsache ab, dass nur der Durchfluss des Abwassers gestoppt wird. Eine Entwässerung ist bei Rückstau nicht möglich.
 
Normen und rechtliche Grundlagen
 
Die Planung, Ausführung und Wartung von Rückstausystemen ist durch eine Reihe von DIN-Normen geregelt. Diese Normen gilt es bei der Bedarfsermittlung und Auswahl der richtigen Rückstau-Lösung zu beachten.

 
Maßgebend für den aktiven Rückstauschutz mittels Abwasserhebeanlagen sind die Normen DIN EN 12056 und DIN 1986-100. Sie regeln die grundsätzliche Planung und Dimensionierung von Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden. DIN 1986-100 ist zusätzlich bis zur Grundstücksgrenze gültig. Für die Grundstücksentwässerung gilt die Normenreihe DIN EN 752 "Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden“. Ihr Geltungsbereich erstreckt sich von der Gebäudeperipherie bis zum Klärwerk und ist damit überwiegend auf die kommunale Entwässerung zugeschnitten.
 
Gemäß DIN EN 12056 und DIN 1986-100 sind Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene durch aktive Rückstausicherungen, also automatisch arbeitende Abwasserhebeanlagen mit Rückstauschleife, gegen Rückstau aus dem Kanal zu sichern. Passive Rückstausicherungen, also Rückstauverschlüsse können verwendet werden, wenn alle folgenden Kriterien erfüllt sind:
– Das Abwasser muss im natürlichen Gefälle abgeführt werden können
– Die Räume müssen von untergeordneter Nutzung sein, d.h. keine wesentlichen Sachwerte oder die Gesundheit der Bewohner dürfen bei Überflutung der Räume beeinträchtigt werden
– Der Benutzerkreis muss klein sein und diesem muss ein WC oberhalb der Rückstauebene zur Verfügung stehen
– Bei Rückstau kann auf die Benutzung der Ablaufstelle verzichtet werden
 
Warum die Vorgaben aus der Norm so strickt sind, leitet sich aus der Erfahrung hinsichtlich der vorgeschriebenen Wartungsarbeiten ab. Da es sich um technische Anlagen handelt, sind regelmäßige und sorgfältige Wartungsarbeiten unbedingt durchzuführen. Die Regeln für Betrieb und Wartung von Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke sind in der DIN 1986-3 festgelegt.
 
Maßgebend für den passiven Rückstauschutz ist die DIN EN 13564. Sie definiert in ihrem ersten Teil die Anforderungen an Rückstauverschlüsse für Gebäude. Sie müssen temperaturbeständig sein und dürfen unter Einfluss von häuslichem Abwasser keinen Verschleiß zeigen. Im Rückstaufall müssen Rückstauverschlüsse selbsttätig schließen und nach Ende des Rückstaus den ungehinderten Wasserablauf gewährleisten. Zudem dürfen die Klappen bei Rückstau nicht aufschwimmen. Die allgemeinen Anforderungen variieren je nach Bauart der sechs Typen von Rückstauverschlüssen. Um der DIN EN 13564 zu entsprechen, müssen Rückstauverschlüsse strenge Prüfverfahren durchlaufen. Sind Rückstauverschlüsse bereits ins häusliche Ablaufsystem integriert, müssen diese laut DIN EN 13564 zweimal jährlich von Fachpersonal gewartet werden. Zu diesen Wartungsarbeiten gehören unter anderem das Entfernen von Schmutz und Ablagerungen, die Prüfung und gegebenenfalls der Austausch von Dichtungen sowie eine Kontrolle der Abdichtmechanik. Für Abläufe in Gebäuden mit Rückstauverschluss und Abläufe mit Leichtflüssigkeitssperren ist zudem die DIN EN 1253 maßgebend.
 
Lösungen für den passiven Rückstauschutz
 
Die Auswahl der richtigen Lösung für den Rückstauschutz erfolgt in erster Linie nach den Maßgaben der Einbausituation und anhand technischer Leistungsmerkmale.

 
Das Augenmerk sollte jedoch nicht nur auf den Produkteigenschaften, sondern auch auf dem weiteren Leistungsspektrum des Anbieters liegen. Hier zu nennen wären neben einem umfangreichen Sortiment auch ein individueller Beratungs-, Planungs- und Berechnungsservice, ein verlässlicher und kompetenter Kunden- und Außendienst sowie die umfassende Produktdokumentation in gedruckter Form und online. Zu den führenden Systemanbietern gehört ACO Haustechnik mit seinem umfassenden Portfolio normgerechter aktiver und passiver Rückstausysteme.
 
Hinsichtlich Technik und Einbau gilt es bei der Auswahl der richtigen Rückstausicherung vier grundsätzliche Fragen zu berücksichtigen:
 
1. Besteht ein Gefälle von der Entwässerungsebene zum Kanal oder liegt die Ebene unterhalb der Kanalisation?
2. Welche Bereiche sind zu schützen? Handelt es sich um Räume von untergeordneter Nutzung (keine Sachwerte, z.B. einfache Lagerräume) oder um Räume mit Sachwerten (z.B. Vorratslager, Technikräume)
3. Kann auf die Ablaufstelle während eines Rückstaus verzichtet werden oder muss die Abwasserableitung durchgängig gewährleistet sein? (z.B. bei Räumen mit Fettabscheidern, fremdvermietete Einliegerwohnung)
4. Fließt in dem zu sichernden Rohrbereich fäkalienfreies oder fäkalienhaltiges Wasser, d.h. befinden sich im Keller nur Waschmaschine und Waschbecken oder auch eine Toilette?
 
Sofern der zu schützende Gebäudebereich oberhalb der Rückstauebene liegt, ist kein Hochpumpen von Wasser erforderlich. Die Schutzwirkung entsteht durch Verschluss der Rohrleitung, was ein Zurückfließen des Wassers verhindert. Das Produktportfolio des Entwässerungsspezialisten ACO Haustechnik umfasst für diesen passiven Rückstauschutz Lösungen für fäkalienfreies und fäkalienhaltiges Abwasser sowie für freiliegende und nicht freiliegende Rohrleitungen.
 
Bei fäkalienhaltigem Abwasser kommt am besten der ACO Quatrix zum Einsatz. Er besteht aus Kunststoff, eignet sich für den Einbau in die Bodenplatte oder in freiliegende Rohrleitungen. Er überzeugt mit zweifacher Rückstausicherung (ein automatischer Betriebsverschluss und ein manueller Notverschluss) sowie der großen Reinigungs- und Wartungsöffnung und einem Prüftrichter. Mit nur 12 mm Gefällesprung und nur 71 cm Montageöffnung ohne Gegengefälle ist er die optimale Wahl bei Sanierungsfällen. Zur Auswahl stehen die Nennweiten DN 100, 125 und 150.
 
Die einfachste Lösung bei fäkalienfreiem Abwasser ist der Kellerablauf ACO Junior mit Rückstauverschluss, zum Einbau in die Bodenplatte bei horizontaler Rohrleitung. Er eignet sich durch seine kompakten Produktmaße perfekt für die Sanierungen. Schlammeimer und Rückstaueinheit sind werkzeuglos montier- und demontierbar. Er ist geprüft gemäß DIN EN 13564, besteht aus Kunststoff, hat einen handverriegelbaren Notverschluss, einen herausnehmbaren Schlammeimer und einen ebenfalls herausnehmbaren Geruchsverschluss. Sein Abflusswert beträgt 1,4 l/s, die Sperrwasserhöhe 60 mm.
 
Die Premium-Lösung für fäkalienfreies Abwasser ist der seit vielen Jahren bewährte Doppelrückstauverschluss ACO Triplex. Er entspricht der DIN EN 13564 (Produktnorm für Rückstauverschlüsse, z.B. Rückstaudruck auf die Klappen maximal 0,5 bar), eignet sich für fäkalienfreies Abwasser und dank seiner geringen Ausmaße auch zum nachträglichen Einbau in vorhandene Schächte. Dieser Klassiker unter den Rückstauverschlüssen wurde zuletzt einer umfassenden Überarbeitung und Verbesserung unterzogen. Alle Innovationen und Optimierungen kommen der Handhabung und Wartung zugute. ACO Triplex ist jetzt in den Nennweiten DN 50, 70, 100, 125 und 150 sowie als Typ 0, 1 und 2 verfügbar. Ausschlaggebend für die Auswahl muss immer das durchfließende und nicht das rückstauende Abwasser sein, wobei der ACO Triplex eine Umrüstung von Typ 0 und Typ 1 auf Typ 2 erlaubt. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass alle Rückstauverschlüsse halbjährlich durch einen Sachkundigen gewartet werden müssen (Gehäuse öffnen, Bauteile entnehmen, reinigen, auf Beschädigungen prüfen und wieder einbauen), überzeugen die neuen ACO Triplex Rückstauverschlüssen in den Nennweiten DN 50 und 70 mit einer besonders service-freundlichen Innovation, die es ermöglicht, die Dichtigkeitsprüfung zum Abschluss der Wartungsarbeiten (auch Trichterprüfung genannt) vor Ort durchzuführen.
 
Der Zulauf als Muffe und der Ablauf als Spitzende der neuen Rückstauverschlüsse ACO Triplex erlauben eine flexible Gestaltung der Rohranschlüsse. Das moderne Design mit glatten Oberflächen vermeidet schwer zu reinigende Schmutzecken. ACO Triplex des Typs 2 haben 2 Pendelklappen und einen innovativen (zum Patent angemeldeten) Notverschluss: er liegt im geöffneten Zustand auf dem Gehäusedeckel auf und wird zum Verschließen einfach hoch gezogen (Signalwirkung). Abhängig von der Nennweite hat der neue ACO Triplex 1, 2 oder 3 stabile Schnellverschlüsse: damit lässt sich der Rückstauverschluss schnell und ohne Werkzeug öffnen. Das Hochziehen der Schnellverschlüsse entriegelt automatisch den Gehäusedeckel und hebt ihn leicht an – er lässt sich dadurch auch nach langen Standzeiten sehr einfach öffnen.
 
Neben dem umfangreichen Sortiment an Lösungen für den Rückstauschutz bietet ACO Haustechnik kontinuierliche Schulungs- und Weiterbildungsangebote speziell zum Thema Rückstau. Der Katalog „Schutz vor Rückstau. Rückstausysteme und Hebeanlagen“ ergänzt das Informationsangebot zusätzlich um eine übersichtliche, anschauliche und vollständige Dokumentation – einschließlich Auswahlhilfen und Einbauanleitungen aller Rückstauverschlüsse und Hebeanlagen.
 
Ausführliche Informationen zu Rückstauschutz und Abwasserhebeanlagen von ACO Haustechnik erhalten Sie in der Broschüre „Schutz gegen Rückstau – ACO Rückstauverschlüsse und Hebeanlagen“, auf dem ACO Youtube-Kanal unter dem Link http://www.youtube.com/watch?v=jR-KC85XmPo&feature=player_embedded sowie bei der
 
ACO Passavant GmbH
Im Gewerbepark 11c
36457 Stadtlengsfeld
Tel. 036965-819-0
Fax 036965-819-361
haustechnik [at] aco [dot] com
www.aco-haustechnik.de
www.facebook.com/aco.haustechnik
 
ACO Haustechnik mit Sitz in Philippsthal (Hessen) und Stadtlengsfeld (Thüringen) ist innerhalb der ACO Gruppe der Spezialist für die Bereiche Entwässern, Abscheiden und Pumpen in privaten und gewerblichen Gebäuden. Als einer der führenden Anbieter von Systemlösungen verfügt ACO Haustechnik über jahrzehntelang gewachsene Objekt-Kompetenz. Sie gibt Planungsbüros und Fachhandwerksbetrieben die Sicherheit, sowohl bei der Projektierung als auch bei der Ausführung in den sicherheitsrelevanten Aufgabenfeldern Brandschutz, Schallschutz, Hygiene und Montage einen hinsichtlich Produkt und Service gleichermaßen verlässlichen, am gemeinsamen Erfolg orientierten Partner zu haben.
 
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